Band 
Erster Theil.
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mit dem Höheren verknüpft, als die gegenseitige Fidelitätoder Hingebung, wornach der König mit Huld, der Dienst-mann mit Dank sich gegenseitig zugethan sind. So istChristus aus seinem großen Heerzuge gegen Teufel undWelt begriffen, wozu er die Schaaren seiner Getreuensammelt; von Jerichoburg beginnt er den Zug, von allenBurgen strömen die Vasallen ihrem lieben Herrn zumDienste zu, um dereinst dafür Lohn zu Danke zu empfan-gen. Die Bergrede ist der große Volkstag, wo er an dieSeinen die Ansprache richtet, das Heer lagert sich, imnächsten Kreise die Zwölfe als seine Unterfeldherrn, dieübrigen Mannen rings umher um den mächtigen Volks-könig. Er ist der Heilende (Hßliand, Heiland), der Rettende(Neriand), Gottes eigen Kind, der seinen Mannen hierden Sieg, und einst auf des Himmels Auen (Wangen)den Lohn verleihet. Das Verhältniß des Gläubigen zuChristo als treue Hingabe, unverbrüchliche Fidelität, trittüberall als germanische Diensttreue hervor; es gilt als desGefolgsmanns schönster Ruhm, treu bei dem Herrn aus-zuhalten, mit ihm festzustehen, zu sterben ihm zu Ehren;dagegen gibt es keinen ärgern Fehler, als das Zweifeln,das Zagen; aus dem Glauben erwächst allein die Kraft.Ist nun aber Grundidee des Christenthums die Erlösungdurch Christum vermittelst der Hingabe an ihn im recht-fertigenden Glauben, die Aneignung des von ihm darge-botenen Heils durch Anschluß an seine erlösende Person,so wirb die hier aus der Tiefe des deutschen Selbstbewußt-seins gegebene Auffassung dieses Kerns und Mittelpunktsam christlichen Glauben in der That so treffend und an-gemessen heißen müssen, wie nur immer, wenn ein Glau-benssatz auf einfache Weise ohne Formel und Dogmadargelegt werden soll. Es ist kaum noch Uebertragung der

Einführ. d. Christenthums. I.