schen Stämme, die das alte Römerreich in ihren hocb-gehenden Wogen begrub, hatte sich noch nicht verlaufen,ja sie war eben erst in ihrer vollen Strömung begriffen,als im Westen, Nordwesten und Norden die Bewegungder Germanenwelt einen neuen Anlauf nahm, der sie vonvon einer andern Seite her in den Schoß der christlichenWelt hineinreißen sollte. Und zwar ging dieser Anlaufvon Völkern aus, die dem Christenthums noch fremd waren,von den Völkern oder vielmehr Völkerbündnissen der A! a -manen, der Franken und der Hachsen.
tz 82. Die drei Völkerbiindnisse der Alamannen, Frankenund Sachsen.
Schon im Laufe des dritten und noch mehr des vier-ten Jahrhunderts verschwinden die Namen der einzelnenGermanenstämme aus der Geschichte. Die verschiedenenVölker vermählen und verbünden sich mit einander. Ausdiesen Vermählungen und Verbündungen bilden sich Völker-bünd nisse, die nun zum Theil plötzlich unter neuenNamen auftreten. Und merkwürdigerweise kehrt Hiebei dieso tief im germanischen Glauben und Leben gewurzelteDr ei zahl wieder. Von drei Söhnen ihrer drei getheiltenGottheit abstammend scheiden sich die alten Deutschen an-fangs in die drei Hauptstämme der Jskävonen, Her-mio neu und Jngävonen. Diese zersplittern sich imLaufe der Zeit in eine Unzahl kleinerer Stämme und nunsich die zersplitterten wieder sammeln, vereinigen sie sich vonNeuem in drei gesonderte Völkerbünde, oder Bundesvölker,die Schwaben, Franken und Sachsen, oder, wiesie in den alten Heldensagen genannt werden, W ölstngen,Nibelungen und Hegelingen. Die letztem gehörtendem nördlichen, die mittleren dem nordwestlichen, die erstem