Band 
Erster Theil.
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franken wählten ihn zu ihrem Könige; und nun grenztesein Reich unmittelbar mit den Landen der Thüringerund der Sachsen zusammen. Nur die nördlichen Franken-stämme, die Marsen, die Friesen, dieChauken, dieTubanten, die Chamaver, die nunmehr alle unterdem Namen Friesen zusammengefaßt werden, behaup-teten ihre Unabhängigkeit.

8 91. Chlodwig'« Tod.

»Somit sprechen sich gleich nach Einführung desChristenthums die großen Zwecke aus, zu denen das Fran-kenvolk Gott dienen sollte. Allerdings ließ Chlodwig sichvon dem bösen Engel, der das Menschengeschlecht zumAbfalle von Gott verführt hatte, zu mancher Greuelthat,ja sogar dazu verleiten, daß er sich mit dem Blute seinereigenen Verwandten befleckte, und so war dieß nebender Sittenverderbtheit der meisten ersten Christen unterden Franken überhaupt, ein sehr betrübendes Zeichendafür, wie groß die Macht des Feindes der Menschennoch war, und wie es den aus den Schaaren der Hei-den gewonnenen jungen Kämpfern für die Wahrheitnoch immer an Kraft gebrach, dem Geiste der Lüge zubegegnen. Aber gleichzeitig lag hierin auch der Beweis,wie selbst der Fürst der Finsterniß — freilich zum Ver-- derben Derer, die sich ihm hingeben — ohne es zu wollen,dennoch Gott dienen muß, denn gerade durch die Ver-einigung der fränkischen Stämme unter einer Herrscher-familie ist die Verbreitung des Christenthums außer-ordentlich befördert worden. Der mit Sünden schwer beladeneKönig starb versöhnt mit seinem Herrn im Jahre nachnach dessen Menschwerdung 511 und wird noch bis aufden gegenwärtigen Tag durch die Kirche der Gnade