Band 
Erster Theil.
JPEG-Download
 

254

Stiefbruder Theodorich I. auf eine andere Eroberung.Er lenkte seine Aufmerksamkeit auf seine Nachbarn inDeutschland, die Thüringer und die Sachsen, undbeschloß die Einen durch die Andern, zunächst aber dieElstern durch die Letztem zu verderben. Die Ausbreitungder Sachsen im Herzen Deutschlands hatte die dortigeBevölkerung, welche in den Hermunduren einen festenKern hatte, zu einem Bündnisse veranlaßt, aus wel-chem sich das Reich der Thüringer entwickelte, das imWesten an die Ala mannen, im Norden an die Sach-sen, im Osten an den Böhmer Wald stieß, und imSüden zwischen die Grenzlinien des Franken- und desOstgothenreiches eingekeilt, sich bis in die Gegendvon Regensburg streckte. Als erster König desselbenerscheint ein gewisser Basinus. Dessen Sohn Jrmen-fried heirathete eine Nichte des Ostgothenkönigs Theo-dorich, um dadurch einen mächtigen Verbündeten gegenden Eroberer Chlodwig zu gewinnen, der durch die Un-terwerfung der Alamannen sein Nachbar geworden war.Schon früher hatten sich die Häuptlinge der verschiede-nen Stämme, aus denen der Hermundurenbund bestand,gegenseitig befehdet, und als sich zuletzt Einer derselbenzum Alleinherrscher aufgeschwungen, pflanzten sich dieseSpaltungen selbst in den Schooß seiner Familie fort.Jrmenfried hatte zwei jüngere Brüder. Mit diesensollte er das Reich theilen. Fränkische Sendlinge, die sichVermittler nannten, schürten das Feuer und versprachendem Erstgebornen Unterstützung von ihrem Königshausewenn er die Hand nach der Alleinherrschaft ausstreckenwürde. Der Bethörte that es. Er ermordete seine Brüder.Was geschah? Die Franken warfen sich zu Rächern desvergossenen Blutes auf, überfielen den unvorbereiteten