255
Mörder, eroberten sein Land mit Hülse der Sachsen undrotteten sein Geschlecht aus. Ein Theil des Hermunduren-reiches, das Land zwischen Main, Helme und Unstrut un-terwarf sich freiwillig unter die Oberhoheit der Franken.Er behielt sein eigenes Recht und seine eigenen Herzogeund führt von jener Zeit an bis auf den heutigen Tagden Namen Franke». Einen andern Theil, den nörd-lichen, das Land zwischen Elbe, Säle und Bode (die Ge-gend von Magdeburg), erhielten die Sachsen. Einendritten, das im Süden des Mains gelegene Land behiel-ten die Franken für sich und schlugen ihn zu Alaman-nien. Spätere Versuche von Seiten der Thüringer sichwieder frei zu machen, schlugen fehl.
§ 95. Erwerbung des untern Rhonethals, des ostgothischenAlamanniens und des Baierlandes für das Frankenreich.
Um dieselbe Zeit eilte das Ostgothenreich selbstmit raschen Schritten seinem Untergänge entgegen. Es trat536 das südöstliche Frankreich, das es bis dahinnoch behauptet hatte, und sein alamannisches Her-zogt hu m vertragsmäßig an die Franken ab; und 555stellten sich die Herzoge von Baiern, die bisher unterostgothischer Hoheit gestanden, freiwillig unter den Schutzder Franken. Somit gehörte nun die ganze westliche Hälftevon Süddeutschland, ganz Baiern, Hessen, Baden undWürttemberg, nebst dem größten Theile Tyrol's und derSchweiz, zum Frankcnreiche, und damit war ganz Deutsch-land den Christenthume geöffnet.
8 96. Uolkerliewegung im Inner» Deutschlands.
Aber es dauerte noch Jahrhunderte, bis die Völker-sluth sich legte und besonders die Germanenstämme zu