Band 
Zweiter Theil.
JPEG-Download
 

cxl.iv

schon im Jahre 1668 erschien der erste Band seiner ^otaLanotoruw Oräiriis 8. Leueäieti, dem bis zum Jahre 1702noch acht andere solgten. Weil er bei ihrer Bearbeitungso viele Quellen des Mittelalters aus Frankreichs undHollands Bibliotheken vorfand, die nicht zunächst die Or-densgeschichte betrafen, er auch genöthigt war, gelehrterForschungen wegen mehrere Klöster zu bereisen, alles Merk-würdige aber für den Forscher Interesse hatte, wollte erdie Ausbeute seiner Untersuchungen nicht nutzlos verborgenhalten, sondern entschloß sich, das Wichtigste derselben be-kannt zu machen. Dieses that er in seiner Schrift:»Blumenlese der Alten, O-iulseta Veterum)«, wo-von der erste Band im Jahre 1675, der vierte, letzte, 1685erschien. Sie enthält eine Sammlung der trefflichsten Ab-handlungen über gottesdienstliche Gebräuche, einzelne Werkealter Kirchenschriftsteller, Bruchstücke aus der Geschichteund aus alten Chroniken, Beschlüsse von Concilien, Ur-kunden von Klöstern und Kirchen, Briefe von Kaisern,Königen, Päpsten und Bischöfen, und viele andere schätz-bare, bishin ungedruckte prosaische und poetische Schriftenaller Scriptorem Noch größere Berühmtheit aber brachteihm sein im Jahre 1681 herausgegebenes Werk »vonder Diplomatik (<lo i-e älpIoMuticu)". Die Unter-suchung einer unzähligen Menge alter Urkunden und Hand-schriften, zu der ihn seine frühern Arbeiten nöthigten,brachten ihn auf den Gedanken, das Wesen der Diplo-matik oder Urkundenlehre gewissen Regeln zu unterwerfenund auf sichere Grundsätze zu bauen. Zwar hatten schonmehrere Gelehrte versucht, der diplomatischen Kritik oderder Kunst, die Urkunden zu beurtheilen, die Bahn zubrechen, aber noch fehlte ihr die systematische oder wissen-schaftliche Begründung, bis endlich Johann Mabillon in