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diesem seinem Werke die Urkundenlehre zur Freude allerGelehrten wissenschaftlich darstellte. Dieses Werk machteden königlichen Minister Colbert auf Mabillon aufmerksam.Er bot ihm einen Jahrgehalt von 2000 Livres oderFranken an. Der genügsame Gelehrte lehnte das Anerbietenab mit der einfachen Bemerkung, seine Congregation lassees ihm nicht an dem Nöthigen fehlen, und mehr bedürfeer nicht. Der Mann, um dessen Freundschaft sich diegrößten und gelehrtesten Männer Europa's eifrig bewarben,lebte als schlichter Mönch in den Mauern von St.Germain,ein Muster evangelischer Armuth. Da aber Colbert ein-mal die Tüchtigkeit dieses Gelehrten erkannt hatte, ließ ernicht ab, sich seiner zu Frankreichs Ehre zu bedienen. ImJahre 1682 schickte er ihn auf königlichen Befehl nachBurgund, um einige die Genealogie oder Geschlechtstafeldes königlichen Hauses betreffende wichtige Documente auf-zusuchen und nach Paris zu bringen. Und der glücklicheErfolg dieser Sendung bewog ihn, bei Ludwig XIV. aus-zuwirken, daß Mabillon auf königliche Kosten und imAustrage des Königs eine gelehrte Reise nach Deutschlandunternehme, um die Bibliotheken und Archive der Stifteund Klöster dieses Landes zu durchforschen, und zu sam-meln, was sich in denselben für die Geschichte überhauptund für die französische insbesondere vorfände. Mabillontrat in Begleitung seines Ordensbruders Michael Ger-main den letzten Juli 1683 diese Reise an, durchwan-derte das Elsaß, Schwaben, die nördliche Schweiz, Bayernund Salzburg, machte sehr viele für die Geschichte wich-tige Entdeckungen, die er im vierten Bande der Analectenmittheilt, und kehrte mit Kenntnissen bereichert nach fünfMonaten nach Paris zurück. Während Mabillon'sReise war sein großer Gönner Colbert gestorben, und der'