Donau und dem Jnn gelegenen, der Provinz Rhätienzugetheilt waren, welch letztere mit dem östlich daran stoßen-den Norikum noch als Vorland von Oberitalien be-trachtet wurde, auf der einen Seite aus Italien, ausder andern aus Gallien seine Nahrung. Wir möchten,unter Verwahrung gegen jede Mißdeutung des Bildesdurch unwürdige und unwahre Nebenbegriffe, Rom sowohlfür die Zeit seiner heidnischen, als für die Zeit seinerchristlichen Weltherrschaft einem Krebse vergleichen, derseine beiden Scheeren, wovon die eine, die rechte, kürzerals die andere, zu beiden Seiten seines Kopses, den dervom ligurischen zum adriatischen Meere sich hinziehendeAlpenhalbkreis bildet, nach Norden streckt und an ihrer Spitzegegen einander umbiegt, das dazwischenliegende Deutschlandzu umklammern. Zwischen den Armen der einen Scheerelag Gallien mit Helvetien, zwischen den Armen der andernNorikum mit Rhätien. Jenes faßte Julius Cäsar, diesessein Erbe Cäsar Augustus; und nachdem in solcher Weisedas heidnische Rom sich dieser beiden Ländermassen ver-sichert und dadurch dem Christenthume den Weg in unddurch dieselben gebahnt hatte, öffnete es seine Scheerenauf's Neue und schnitt nun, in der Linie des römischenGrenzwalls die beiden äußern Scheerenarme zusammen-stoßend, die südwestliche Ecke Germaniens, das Zehntland,von dem Körper ab, zu dem es bisher gehört hatte, undverleibte es seinem Körper, dem Körper des Weltreiches,ein. Und nun gab sich für die Verbreitung des Christen-thums Alles von selbst. Die ganze heidnische Römerweltwar Ein wohlgegliederter Organismus, der, wenn auchsein Blut zum Theil noch so krank war und schon längstden Tod mit sich in den Adern herumwälzte, seinen regel-mäßigen Säfteumlaus hatte. In diesen Organismus
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