geschichtlich dargethan ist, buchstäblich nachkamen, so ist eseine Unmöglichkeit, daß sie nicht auch, sei es in eigenerPerson oder in der Person von Abgesandten, wie etwaeines Barnabas, Marcus, Crescenz, Lucas u. a. an und indie Marken Deutschlands kamen, daselbst zu lehren undzulaufen. Nicht mit Unrecht sagt Stau ß in seiner schlich-ten und ansprechenden Weise: »Wenn man auch den Sa-gen, daß der heilige Beatus und Achates schon indem ersten christlichen Jahrhunderte in der Schweiz, derheilige Barnabas sogar im Konstanzischen, und eingewisser Lucius in Rhätien und Vindelicien die heiligeLehre des Christenthums verbreitet haben, keinen vollenGlauben beimessen kann, so lassen sich diese Namen dochnicht gänzlich verdrängen, und, wie sie auch mochtengeheißen haben, unbestreitbar setzten ausRom Christen und Christenboten ihren Fußauf das Italien so nahe gelegene Rhätien«.*Indessen scheint die Predigt des Evangeliums denWeg nach Deutschland früher das Rhonethal herauf durchGallien, als über die Alpenkette gesunden zu haben. Wares doch überhaupt, als sollten die Römer Gallien nurdazu erobern und ihrem Reiche einverleiben, um ihre Er-oberung an das Christenthum abzutreten und diesem inihr ein Herz zu gewinnen, aus welchem das Leben nachallen Richtungen, besonders aber auch in den KörperDeutschlands strömen sollte. Um die Mitte des erstenJahrhunderts vor Christo wurde das gallische Lugdunum(Lyon) am Einflüsse des Arar (Saone) in den Rho-
* Des Glaubens Saat und Ernte, oder Geschichte der Einführungdes Christenthums in Schwaben durch die heiligen Glaubcnsbvten Ko-lumban und Gallus. Augsburg 1840. S. 4.