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Der heilige Jrenäus.
„In Asien geboren und von griechischen Eltern ab-stammend, hatte Jrenäus von Jugend an Gelegenheit ge-funden, in den Kosmogonien oder Schöpfungssagen desMorgenlandes und den gemeinen und philosophischen An-sichten der Griechen unterrichtet zu werden; obgleich seineGewandtheit in der griechischen Sprache, und der Reich-thum an Gedanken, welchen seine Schriften beurkunden,bei ihm ohne Zweifel die Folge einer ernsten Selbstbil-dung war, so war dennoch dieselbe von Jugend an bloßMittel, das auf die höheren Zwecke des Christenthumsgerichtet stand. Im Umgänge mit dem heiligen Polykarpus,dem Jünger des heiligen Johannes, hatte er schon alsKind die Lehren und Handlungsweisen dieses Apostels sotief sich eingeprägt, daß er im hohen Alter, wie er selbersagte, sich ihrer noch bestimmt und klar erinnern konnte;hatte hier nicht minder die seine Schriften bezeichnendehohe Einfalt sich angeeignet, als er durch Nachdenken denscharfen Blick erworben hatte, womit er den gnostischenSekten die Hülle abzustreifen wußte, unter welcher sie sichin ihren mannigfaltigen Verzweigungen zu verbergen such-ten. Sein Eifer für die Ausbreitung der christlichen Reli-gion bewog ihn schon in früher Jugend, die Nation,welcher er angehörte, zu verlassen, und den Gebrauch dergebildetsten Sprache um die rauhen Dialekte der Keltenfür das Interesse des Christenthums zu vertauschen. Erdiente während der harten Verfolgung unter dem KaiserMark Aurel, als Priester in der Kirche zu Lyon, wo er,nach dem Tode des Pothinus, als der zweite Bischof dieserKirche, wie Eusebius sagt, den Kirchen Galliensvorstand, woraus sich zu ergeben scheint, daß durch denEifer dieser beiden Bischöfe im südlichen Gallien schon