Band 
Zweiter Theil.
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Bevölkerung gerade in der Feier eines christlichen Festesbegriffen fand, ungehindert schutzlose Männer, Weiber undKinder jeden Ranges nebst einer nicht geringen Mengevon Habseligkeiten weg.« *

Diese Begebenheit fiel in das Jahr 367. Um jeneZeit bekannte sich also bereits ganz Mainz zum Christen-thum; es kann somit nicht anders sein, als daß seineKirche damals schon lange bestand. In ganz Gallienmochte es wohl im vierten Jahrhundert keine einzigeStadt mehr geben, deren Kniee sich nicht vor dem NamenJesu beugten. Der Lebenssaft aber, der in Gallien kreiste,rollte, so lange das Zehntland demselben angehörte, noth-wendig auch durch unser südwestliches Deutschland: Nunblühte von der Gründung der Christengemeinden inVienne und Lyon an bis zur Zertrümmerung des römischenWeltreiches die Kirche, selbst Italien nicht ausgenommen,dessen großer Ambrosius (Bischof von Mailand) selbstein geborener Gallier war — sein Vater war Statthalterdieser Provinz (prosibotus prsstoiio CaUiarum) und hatteseinen Sitz in Trier, dort wurde der nachmalige Haupt-pfeiler der Kirche im Jahre 3-40 geboren — blühte, sageich, die Kirche im ganzen Abendlande nirgends schönerund herrlicher, als eben in Gallien. Pothinus und Jre-näus bilden erst den Anfang einer langen, durch dasganze Land sich verzweigenden Reihe eifriger Mehrer desReiches Christi. Es ist eine reine Unmöglichkeit, daß sieihre Glaubensboten nicht auch nach dem äußersten Vor-posten desselben, dem südwestlichen Deutschland, schickten.Blühten doch erwiesener Maßen schon zu der RömerZeiten die bischöflichen Kirchen Avenches, Windisch, Mainz

^ kieruiv xsstsruw lib. 27, 6. 1».