Leben das Denkmal forderte, zu Ehren einer Gottheit, beiGelübden, bei kriegerischen Vorfällen, aus Schmeicheleigegen den Kaiser und das kaiserliche Haus. Ein gültigerSchluß aus der Sparsamkeit derselben noch im vierten undfünften Jahrhundert auf die geringe Anzahl der Christenläßt sich also nicht ziehen; dagegen bleibt umgekehrt geradedie allmälige Abnahme der auf heidnischen Kultus bezügli-chen Inschriften seit dem vierten Jahrhundert ein sprechen-der Beweis für die Verbreitung des Christenthums inDeutschland.
»Das Erkennen christlicher Denkmäler unter den gleich-zeitigen heidnischen ist durch bestimmte Zeichen ziemlichleicht: dahin gehört nicht" nur die christliche Symbolik(Anwendung von Sinnbildern) in Benutzung des Mono-gramms oder Namenszuges Christi, des Kreuzes, der Tau-ben, des Fisches, des^ und TZ (A und O, Anfang und Ende),sondern auch bestimmte, auf christliche Ansicht vom Todebezügliche Formeln, das in xaoo (im Frieden), das quiesoit(ruhet) das sWeuluw (Welt), dem der Verstorbene entrückt sei,sowie die ausführliche Angabe der verlebten Jahre, Mo-nate, Tage. Die größere Genauigkeit der Christen in die-sen Zeitangaben erklärt sich wohl nur aus der gewissen-haftem Ansicht von Benutzung der Zeit, während dasHeidenthum entweder in stoischem Uebermuthe oder inepicuräischem Leichtsinn den Werth der Zeit nicht gleich-mäßig schätzte.
»Zunächst in den Rheinländern findet sich bis jetztam Oberrhein und im Verlande (Zehntlande) südlich desMain's auch nicht eine christliche Inschrift. * Der Grund
* Doch zwei, die kein Mcrkmai des Heidenthums an sich tragen.Auf einem Grabsteine zu Meimsheim, Württemberger Oberamts Bracken-