Band 
Zweiter Theil.
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die Züge der Buchstaben, roh und fast runenartig, ge-hören in die späteste Zeit der Römerherrschaft. Auf derCitadelle von Mainz ward die Inschrift auf eine Ser-vandia Barbara gefunden, die wegen der genauenAngabe des Lebensalters als christlich gelten muß, sie ge-hört in's vierte Jahrhundert, in welcher Zeit das Amtde» Oireitores (Umgänger), Polizeiwächter, vorkommt, alswelchen der zurückbleibende Gatte sich bezeichnet. Noch kannvielleicht hieher gerechnet werden ein halb zertrümmertesBild der Diana mit einer Inschrift, von der noch zulesen: Mi kerrso kusto porcussit Dislism (der die Dianamit eisernem Stäbe zerschlug), sobald man nämlich aufdie Deutung eingeht, daß hier ein Christ durch Zerschlagendes Idols seinen Glaubenseifer kund gegeben habe; *doch bleibt es zweifelhaft, zu welchem Zwecke dem heiliggehaltenen Bilde ein Gedächtniß dieser That einge-fügt sei.

»Schon mehr ist aus Köln erhalten: eine Grabschristam südlichen Ende der Gereonskirche eingemauert, aufeine fünfjährige Artemia; auf einen vonturio (Haupt-mann) Emeterius ex uumero gevtilwin (aus einerAnzahl Heiden), was wohl kaum anders zu deuten ist,als auf eine Kohorte, die noch dem alten Götterglaubenergeben war, aber schon einen christlichen Anführer hatte,dem gleichfalls von Christen der Stein gesetzt ward. Dieganze Grabschrist lautet: Hie jaoit Emeterius Oot. ex

" Diese That nebst andern sie begleitenden Exzessen derselben Artsoll unter Kaiser Septimius Severus (193 — 211) vorgcsallensein und demselben bei der Feier der alle fünf Jahre wiederkehrendenöffentlichen Spiele, der sogenannten Ouinquennalfeste, Veranlassung zueiner allgemeinen Christenermvrdung in Mainz gegeben haben. SieheVrühl's Geschichte von Mainz (1829) S. 11.