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Augenblick lauernd, in welchem sie den Sprung wa-gen könnten aus ihre Beute, und kaum glaubten sie denrömischen Adler, der sie hütete, eingeschlafen oder ausge-flogen, als sie auch sogleich auf dieselbe losstürzten. AberRom, sagt das Sprüchwort, ist nicht an Einem Tage ge-baut worden, es konnte auch nicht an Einem Tage nieder-gerissen werden.
»Isiils! molis erst romsosm eouUsrs KSlltem,
(So viel kostet es Müh' die römische Herrschaft zu gründen)«
rufen wir mit seinem großen Dichter Virgil und setzenhmzu:
Islikss Illolis erst romsusw psräers Kentern,
(So viel kostet' es Müh' die römische Herrschaft zu stürzen.
Zehnmal und zwanzigmal machten die Alamannen denSprung und zehnmal und zwanzigmal wurden sie vomgrimmigen Adler zurückgeschlagen, und als endlich dessenFlügel erlahmten, fiel die wehrlose Beute erst nicht ihnen,sondern, und mit dieser Beute sie selbst, einem andernGermanenvolke zu, den gewaltigen Franken, die weiterunten am Rheine mit derselben Gier auf die unermeßlicheErbschaft lauerten.
Nach allen Seiten hin, nur nicht rückwärts gegenNordosten, wo ihnen die eigenen Volksgenossen, die Ger-manen unwiderstehlich vorwärtsdrängend und schiebend ausdem Nacken saßen, trieben die Alamannen ihren fest zu-sammengeballten Knäuel auseinander. Vor allem währensie sich südwärts nach dem Bodensee und gegen und überdas Land der Helvetier, dann westwärts gegen das Was-gaugebirge oder die Vogcsen, in beiden Richtungen (inder Schweiz wie im Elsaß) so weit vordringend, alsnoch heute die alamannische Zunge klingt. Zu gleicherZeit drangen sie auch über die Donau und brachen in