Band 
Zweiter Theil.
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Rhätien und Pannonien ein. Aber hier stießen sie baldmit einem andern Germanenvolke zusammen, das gleich-falls den biblischen Spruch: «wo das Aas ist, da sam-meln sich die Adler«, bewahrheitend, jede Gelegenheit«lauerte und ergriff, über den Leichnam des römischenReichskörpers herzufallen, den Gothen, mit denen sieden Wettkampf so wenig zu bestehen vermochten, als mitden Franken, mit welchen sie am Mittelrheine zusammen-stießen. Unerschöpflich beinahe muß ihre Fruchtbarkeit ge-wesen sein, wenn sie bei ihrer massenhaften Ausbreitungnach allen drei Richtungen bald da, bald dort zurückge-worfen und immer wieder und wieder zurückgeworfen, dochzuletzt, gegen die Mitte des fünften Jahrhunderts, dasganze Land von dem Einflüsse des Neckars in den Rheinbis zum Lech und zu den Berner Alpen und wieder vomLech bis zu den Vogesen und der Aar bedeckten. Von denRömern traten ihnen am kräftigsten entgegen ck>er VaterConstantin's des Großen, Constantius Chorus, dersie unweit der Hauptstadt der Lingonen, dem heutigenLangres in der Champagne, bis wohin sie erobernd vor-gedrungen waren, dermaßen aufs Haupt schlug, daß, wennder römische Geschichtschreiber Eutrop, * ein Zeitgenossedes Kaisers Julian des Abtrünnigen, sich nicht gestoßenhat, nicht weniger als 60,000 aus dem Kampfplätze blie-ben, und Julian der Abtrünnige selbst, so langeer noch, unter seinem Vetter Constantius II., Statthaltervon Gallien war (355—361). Ein Alamannenschwarmhatte Lyon geplündert; auf der Heimkehr von diesemRaubzuge wurde er nun von dem gewaltigen Feldherrn

^ S. seinen „Abriß der römischen Geschichte ibrevisriuin distv-riss romslis!)" 9. 15.