Band 
Zweiter Theil.
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gen Geiste beseelten und getragenen Lebenssaftes, der vonJerusalem aus in den Organismus des römischen Reichs-körpers gebracht wurde und schnell das ganze Aderngeslechtedesselben durchdrang, hörte mit der Zertrümmerung desRiesenbaues nicht auf, er wurde nur da und dort vor-übergehend unterbrochen. Wurde auch das südwestlicheDeutschland durch die Besitznahme desselben von Seitender Alamannen dem römischen Reiche und damit auch derdamaligen Christenheit entrissen, so wurden damit dochdie Adern nicht alle durckschnitten, die es bisher als Organmit dem Organismus verbunden hatten. Auch dem ge-trennten Theile, weil er wie eine Halbinsel in die christ-liche Well hineinragte, floß immer noch Blut und Nahrungaus derselben zu. Mainz und Augsburg blieben bistief in das fünfte Jahrhundert hinein in den Händen derRömer, somit der Christen, denn mit Constantin demGroßen in den ersten Jahrzehnten des vierten Jahr-hunderts wurde das Christenthum römische Reichs- undStaatsreligion, und nach der kurzen Unterbrechung durchJulian den Abtrünnigen, von 363 an behauptetesie für immer die Alleinherrschaft im römischen Reiche. Indemselben Augenblicke aber, in welchem den Römern derSzepter der Welt aus der Hand gewunden ward, strömte derLebenssaft des Christenthums, als hastete es bereits un-zertrennlich an diesem Szepter, in die Hand desjenigenüber, der ihn ergriff. Im Jahr 486 machte Chlodwigder römischen Herrschaft in Gallien ein Ende, nachdem ihrzehn Jahre vorher Odoaker in Italien ein Ende gemachthatte. Im Jahre 493 vermählte er sich mit einer christlichenPrinzessin und drei Jahre daraus, nachdem er in derSchlacht bei Zülpich die Alamannen unter seine Herrschaftgebracht hatte, trat er selbst zum Christenthume über. Und