48
Nun begann erst das eigentliche Katechumenat oder derVorbereitungsunterricht für das Alamannenvolk. Die Massewar noch durchaus heidnisch, nur Einzelne, die in der Ge-sammtheit verschwanden, bekannten sich in der Stille zurLehre des Heils und wirkten in der Stille für das ReichGottes. Der römische Geschichtschreiber AmmianusMarcellinus berichtet: «Kaiser Constantius II. setzteim Jahre 354 bei Rauracum, Hauptort der Rauraker,sonst ^.uZusta Raurueorum genannt, über den Rhein, umdie Alamannen in ihrem eigenen Lande anzugreifen, undnur die Warnung einiger Landsleute, die im römischenReiche dienten, rettete das in der Nähe stehende alaman-nische Kriegsvolk von der Vernichtung. Die »Barbaren«schickten sich in die Zeit und ließen, weil vielleicht dieVorzeichen den Kampf verboten, den Starr-sinn, der ihnen sonst die Zuversicht zum Widerständegab, unter das höhere Ansehen der Religionbeugend, durch vornehme Abgesandte um Nachsicht undFrieden bitten«. * Die Alamannen übten also damals nochdieselbe Religion, wie wir sie von Taeitus geschildertfinden; sie fragten, ehe sie zu einem Unternehmen vonBelang schritten, die Wahrzeichen und ließen sich von derAntwort bestimmen, die sie von diesen erhielten. ** Daßdie Alamannen noch am Anfange des fünften Jahrhun-hunderts dem Naturdienste der alten Germanen anhingen,
^ 14, 10. Dic Worte des Geschichtschreibers, welche den Ausschlrgfür uns geben, sind: »Nsrbnij suscsplo pro instsiUium reiuio >g-tions consilio, äirimentibus forts suspioiis vsl eon-xrsZi p r o N i b enti b u s, suotoritste «sororum moltilorixors, <juo tiäslitius i-ksistsbsnt, optimsies wissre Uolietorumveniaur pelituros et psoeiri.«
^ Vgl. Taeitus, Kermsnis, 10 und 11.