57
werfen wir darum ihre Entwicklungsgeschichte, so weit sie nochin unsern Zeitraum fällt, wenigstens in flüchtigen Umrissen.
8 11. Das Listhum Zeus.
Ken ovs (das nachmalige Genf), die äußerste Stadt derAllobrogen, einer Völkerschaft im narbonensischen Gallien,welche das heutige Savoyen und die Dauphins bewohnte,ein Ort, den die Römer schon vorfanden und nur zueinem Standlager einzurichten brauchten, wurde ohneZweifel noch vor Besanyon von Lyon oder Vienne aus zueiner Pflanzstadt des Christenthums gemacht. Wann undvon wem indessen die Lehre des Heils daselbst zuerst ver-kündigt, und wann und von wem in der Folge sodannein Bischof daselbst gesetzt worden, läßt sich nicht mehr er-mitteln. Wahrscheinlich hatte es zuerst Lyon, dessen ersteBischöfe als Bischöfe sämmtlicher Kirchen Gallien's an-gesehen wurden, zur Metropole. Papst Leo der Großetheilte es im Jahr 450 der Erzdiöcese von Vienne zu.Auf der Synode zu Epson * bei jetzt St.Mo-
ritz, im Kanton Wallis, die nach dem Tode des burgundischenKönigs Gundobald, im Jahre 517 unter seinem Nach-folger Sigismund zur feierlichen Wiederherstellung des ka-tholischen Glaubens und Lebens in dem damals 25 bischöflicheStühle zählenden Burgundcrreiche gehalten wurde, führteder Erzbischof Avitus von Vienne den Vorsitz, und unterden 25 burgundischen Bischöfen unterschrieb auch BischofMaximus von Genf, sowie die Bischöfe Theodor II.von Sitten, und Bubulcus von Vindonissa, nebst einemPriester Peladius im Namen des Bischofs Salutaris
* Eine Ortschaft, die noch in demselben Jahrhundert <563) durchden Einsturz des Berges Taurus verschüttet wurde.