Band 
Zweiter Theil.
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die- Langobarden ihre Herrschaft bis an den Brenner unddas Mntschgau ausgedehnt hatten, wurden unter ihremKönige Liutprand St.Valeniin's Gebeine von Maisnach Trient übersetzt, nicht lange darnach aber im Jahr769 aus Befehl des Agilolfingischen Herzogs Thassilo !I.nach Passau als den ursprünglichen bischöflichen Sitz die-ses Oberhirten übertragen, wo sie noch gegenwärtig sichbefinden und von allen frommen Christen hoch verehr;werden/' Sie scheinen übrigens doch bis in den Ansangdes zwölften Jahrhunderts dem Auge der Welt entzogengewesen zu sein; denn unser Berichterstatter Ritter sag;S. 127 und 128 wörtlich: »Als unter dem Bischof Ul-rich von Passau (gest. den 7. August 1121) der Leib.desheiligen Valentinus entdeckt wurde, fand man nach demZeugnisse eines Zeitgenossen (welches?) im Grabe eurebleierne Tafel, in welche eine kurze Lebensskizze eingetra-gen war.« Wann ist wohl diese, so ziemlich die einzigeAucionrät für unsere Legende, hineingekommen? Hat manden Sarg bei den vielen Ueberfiedelungen nie geöffnet,daß diese Tafel erst 1L20 zum Vorschein kam? Ich wollte,ich hätte die Mittel, Alles an Ort und Stelle zu unter-suchen, aber die Hände sind mir gebunden, die Flügelsind mir beschnitten. Rettberg sagt über dieses verspä-tete Denkmal: »Eine Kritik über die Aechtheit der bleier-nen Tafel ist leicht gegeben; sie erscheint der Sprache nachals ern Werk höchstens des zwölften Jahrhunderts, undstimmt im Styl und Ausdruck gänzlich mit den aussübr-lichern Akten überein. Passau's Ansprüche aus Valentinals Bischof sind demnach durchaus unverbürgt. In denTyroler Alpen kennt man zn Anfang des achten Jahr-hunderts sein Grab bei dem eustium (Standlager, Festung)