Band 
Zweiter Theil.
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Grab des Heiligen zu Tours besuchte. Die daraus ange-führte Stelle ist also ein vollgültiges Zeugniß sür diefrühe Verbreitung der Verehrung eines heiligen Valen-tin am Jnn, »wo er sich in reißender Strömung Bahndurch den Schlund bricht", auf der Grenze zwischen Grau-bündten und Tirol, im damaligen Rhätien, und zwar imChurer Sprengel, der sich bis über Botzen erstreckte. Einsolcher dem heiligen Valentin geweihter oder von ihm selbsterbauter Tempel dürste wohl eine in Chur selbst stehendeKirche sein; es wäre eben diejenige, in welcher Tschudiden Grabstein des »vom (ganzen) rhätischen Lande schmerz-lich beweinten Mannes, der herrlichsten Zierde des ober-hirtlichen Stuhles" fand, die Kirche des Klosters St. Luciiin der Nähe der bischöflichen Residenz. Denn in einemDokumente, in welchem dieses Kloster zum ersten Maleerwähnt wird, einer päpstlichen Bulle vom Jahr 998,führt es den Namen Kloster Valentian's und wirdals zum Kloster Pfäffers gehörig bezeichnet.* Nach einerAngabe von Bischof Victor vom Jahre 821 befandensich die Gebeine des heiligen Lucius, den die Legende zumApostel Rhätiens macht, zur selbigen Zeit in der Kathe-drale von Chur. Sie wurden erst später in die Kirche desfraglichen Klosters gebracht, und dieses vertauschte wohlrn Folge dieser Uebertragung seinen bisherigen Namen»Valentianskloster" gegen den heutigen »Lucius-kloster".

Ich weiß nun nicht, wie dem Leser ist, ich habe ihm

* S. Eichhorn's diplomatischen Codex Nr. 6 in seinem Werke:k. Hmbrosii LioUUoro, episoopatus ourieusis in kdsotis sub metro-poU kloAUlUillL okroiwIvAics st älplovasties iUustrstus.Sso-SIssisiiis 1797 «das Bisthum Chur chronologisch und diplomatischbeleuchtet).