Band 
Zweiter Theil.
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jenes Victor I., dessen die zuerst angeführte Inschriftin dieser Kirche gedenkt, Präses oder Gras, noch nicht zu-gleich Bischof.

Nun führt Eichhorn in seinem mehrerwähnten Werkeüber das Bisthum Chur (ooä. äipl. ur. 2) ein im Jahr766 von Bischof Tello aufgesetztes Testament an, dessenAechtheit nicht wohl in Zweifel zu ziehen ist. Nach diesemwar Tello ein Enkel des oben genannten Präses Jac-tatus durch dessen Sohn, Präses Victor III. Damitergibt sich nun für die bischöflich-gräfliche Familie vonChur die Stammtafel: Victor I., Präses, dessen SohnVigilius I., Präses, dessen Sohn Paschalis, Präsesund Bischof zugleich, dessen Söhne Victor II., Bischof,und Jactatus, Präses, des Letztem Söhne Victor III.,Präses, von dem ein Bruder Vigilius II. zu gleicherZeit auf dem bischöflichen Stuhle sitzt, endlich Vic-tor's III. Sohn Tello, Bischof. Nach der Zeitangabezu schließen, die sich bei Tello findet, dürften Victor III.und Vigilius II. in den Anfang des achten, Vic-tor II. den beiden letzten, Paschalis dem vorletztenDrittel des siebenten, Vigilius I. dem Schlüsse, Vic-tor I. endlich dem Anfang des letzten Drittels des sechs-ten Jahrhunderts angehört haben.

Mit Tello, der zugleich als Abt des im Anfange dessiebenten Jahrhunderts, der Ueberlieferung zufolge voneinem Schüler Columban's, Sigisbert, mit Hülfe einesVornehmen aus der Gegend, Placidus, gestifteten Klo-sters Disentis (äesortiim, die Einöde) unweit der Quelledes dem Gotthard entströmenden ersten Rheinarmes, derOberrhein genannt, gewesen zu sein scheint, wendet in sei-nem Testamente die meisten Schenkungen diesem Klosterzu und bezeichnet als Grund davon ausdrücklich die Ab-