Band 
Zweiter Theil.
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bisher vereinigt waren, und von Konstantins' Nachfolgerim bischöflichen Amte, Remigius, läßt sich neben demgeistlichen thatsächlich auch ein weltliches Walten nachwei-sen. Alcuin, Karls des Großen Lehrer und Freund (geb.732, gest. 804), bittet ihn in einem Empfehlungsschreiben,dem Uebcrbringer, einem nach Italien reisenden Kaufmanne,bei den Zollämtern auszuwirken, daß er nicht zu langeausgehalten werde. Der Schlüssel zum Paß nach Italienhing, wie selbverständlich, am bischöflichen Stuhle von(5hur. Darum schmeichelten auch später die deutschen Kai-ser diesem Stuhle so sehr, oder nahmen, wenn ihre Lieb-kosungen und Schenkungen nicht mehr ausreichen wollten,ihre Zuflucht zu Drohungen und Wegnahmen.

Unter Remigius' Nachfolger, Victor, als BischofII.,als Graf oder Präses III., als Träger dieses Namens über-haupt IV.; vergl. oben), wurde dann die Trennung beiderGewalten wirklich von Karl dem Großen erklärt und voll-zogen, Victor blieb Bischof, und ein gewisser Roderichwurde Graf, aber bitter beklagt sich der Erstere in mehrerenEingaben an Karl's Nachfolger, Ludwig den Frommen, überdie Folgen dieser Trennung. »Von den 230 dem Bisthumgehörigen Kirchen«, sagt er, »seien dem Stuhle nur noch0 größere und 25 kleinere Pfarrkirchen und von seinen 5Klöstern nur 2 Nonnenstister geblieben, alles Eigenthumder Kirche reißen nun die Räuberhände der weltlichen Ge-walt an sich.«

Der bischöfliche Sprengel von Chur umfaßte dasQuellenland des Rheines bis zu dessen Einfluß in denBodensee, und das Vorarlbergische, mit einem Worte daserste Rhätien und stieß gegen Süden an die BisthümerEomo und Sitten, gegen Westen an die BisthüinerAvenches (später Lausanne) und Vindonissa (später