Band 
Zweiter Theil.
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men in den alten Handschriften mehr vor, als wir wissenund glauben.

Doch ich überlasse es nun dem Leser, sich sein Urtheilaus dem Gesagten selbst zu abstrahiren, führe ihn abersogleich mitten in eine neue Verwicklung desselben Gegen-standes der Untersuchung hinein. Es existirt eine merk-würdige Schrift, die den Titel führt: »Vita Lt.lUaZni,uuotore, ut ksrtur, Ikooäoro, Llonuobo (dumpoäurisvsi,ab blrmenrioo LIIwunASusi suotu, et ab alio intsrpolutu(Leben des heiligen Magnus, verfaßt, wie die Rede zehr,von Theodor, einem Kemptener Mönche, vermehrt vonErmenrich, einem Ellwanger und interpolirt (zugerichtet)von einem Andern)". In dieser Schrift ist gar viel voneinem Bischof Wicterp die Rede, man kommt aber da-mit nie in's Klare über denselben, wenn man es nicht mitder darin verlorenen Wahrheit macht, wie die Wittwe imEvangelium mit ihrem verlorenen Grossen, um den siesich also bemüht, daß sie das ganze Haus kehrt und alleWinkel desselben mit dem Lichte in der Hand durchsucht, bissie ihn findet. Beginnen wir unsere Nachforschung ud ovo,d. h. beim Ei und forschen wir zuerst nach dem Eintritte unse-rer Schrift in die Welt. Im Jahr 845 unter Bischof Lantovon Augsburg wurde die Klosterkirche von Füssen voll-endet. Als Gründer des Klosters wurde, soweit der Men-schen Gedenken reichte, der heilige Magnus, ein Schü-ler des heiligen Gallns, verehrt. Seine Gebeine solltenunter der Mitte der Kirche begraben liegen. Es galt nunihre Erhebung, Lanto ergriff selbst Hacke und Schaufel,und siehe man hatte noch nicht tief gegraben, als man aufeinen steinernen Sarg stieß. Man öffnete denselben undland den heiligen Leib noch völlig unversehrt und nebenseinem Haupte eine stark vergilbte, der Vermoderung nahe