94
Rolle. Diese ward sofort einem gelehrten Mönche des demAugsburger Stuhle untergebenen Klosters Ellwangen ander Jaxt im Virngrunde, dem Verfasser einer Lebens-beschreibung des heiligen Hariols, Stifters des EllwangerKlosters, Ermenrich mit Namen, zum Abschreibenund Zurechtsetzen übergeben. Als ihren Verfasser kün-digte die Rolle einen Mitschüler und Gefährten des hei-ligen Magnus an, den heiligen Theodor. Ob nun Ermen-rich sich dieser Arbeit unterzogen und wie weit er siefortgeführt habe, wissen wir nicht. Die Geschichte schweigtüber diesen Punkt. So viel aber geht aus den nochvorhandenen Handschriften hervor, daß, wenn er sie auchganz vollendet hat, jedenfalls noch eine dritte, und zwareine höchst untüchtige Hand darüber kam; denn so wie sievor uns liegt, erscheint die Schrift als ein aus allerleiAbfällen anderer Lebensbeschreibungen ganz anderer Män-ner, wie namentlich des heiligen Gallus und seines Leh-rers Columban selbst zusammengestöppeltes Machwerk vollunbegreiflicher Widersprüche. Magnus und Theodor treten alsSchüler des heiligen Gallus auf; sie waren nach der frag-lichen Schrift schon seine Mitschüler in Irland gewesen undmit ihm und ihrem gemeinschaftlichen Meister, dem heiligenColumban, von dieser Insel herübergekommen. Nach seinemTode von einem Augsburger Kleriker Tazzo oder Tozzo,Tosso, in Person zur Verkündung der Botschaft des Heilsunter den Alamannen nordöstlich vom Bodensee berufen,machen sie sich in dessen Begleitung alsbald auf den Weg.In (lumpoäunuw (Kempten) angekommen, bleibt Theodordaselbst zurück und gründet ein Kloster. Magnus setztseinen Wanderstab, die eawdotta des heiligen Colum-ban , die er in dem von diesem gegründeten KlosterBobbio in Italien, wohin ihn sein Meister Gallus ge-