Band 
Zweiter Theil.
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dem es während der zweiten Hälfte des achten Jahrhun-derts durch das schnell wieder verschwindende BisthumNeuburg getrennt war.

§ 16. Das Zstskhum Constanz.

Eine Inschrift aus dem zehnten Jahre der Regierungdes römischen Kaisers Diocletian, also dem Jahre294 n. Chr., die nach Tschudi's Zeugniß noch im Jahre1520 in einer Seitenkapelle des Domes zu lesen war,schreibt den Ursprung der Stadt Konstanz dem Vater Con-stantin's, Constantius Chlorus, zu. Es ist indessen wahr-scheinlich, daß sich schon vorher eine keltische Niederlassungan dieser Stelle befand. Dem sei, wie ihm wolle, diejunge Kolonie des römischen Cäsars blühte schnell undfröhlich empor, selbst die Stürme der Völkerwanderunggingen ziemlich schonend an ihr vorüber. Um so furcht-barer trafen sie die beiden, älteren Nachbarstädte Vindo-nrssa und Augusta Rauracorum. Beide hatten sichschon zu Bischofssitzen emporgeschwungen. Allein der erstebekannte Bischof von Vindonissa, der einst so blühendenStadt an dem Einflüsse der Limmat und Reuß in dieAar, wo heutzutage das Städtchen Brugg und DörfchenWindisch steht, Bubulcus, der uns unter den 517 zuEpaon im Walliser Land versammelten Bischöfen Bur-gund's begegnet, fällt somit schon in die Zeit nach der Völ-kerwanderung, in die Zeit des Verfalls der damals schonhalb zertrümmerten Stadt, und nach ihm sind mit Sicher-heit nur noch zwei Bischöfe von Vindonissa nachzuweisen.Der erste derselben, Grammatius, wahrscheinlich seinunmittelbarer Nachfolger, erscheint dreimal auf fränkischenSynoden, das erste Mal zu Clermont im Jahr 535,das zweite Mal zu Orleans 511, das dritte Mal eben-