Band 
Zweiter Theil.
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ten Jahrhunderts inne, denn er überlebte seinen Lehrerund Meister Gallus, der unstreitig um jene Zeit, nachMabillon's Rechnung, 646 starb. Nach ihm wird ausdem siebenten Jahrhundert noch ein Constanzer Bischof,Boso, genannt, der dem Kloster St.Gallen bei einerPlünderung durch die Franken zu Hülfe eilt, den daselbstals Hüter der Gebeine ihres Heiligen allein zurückgeblie-benen Magnus und Theodor ein barmherziger Sama-ritan wird und die aus ihrem Grabe gerissenen Ueberrestedes heiligen Gallus wieder bestattet. * Doch erst im zwei-ten Drittel des achten Jahrhunderts fällt Licht in dasDunkel, durch Hermann den Verkrümmten (ttcr-MLMM8 LOlltraetus) von Reichen«»; aber in dem Augen-blicke, in welchem es die Finsterniß zerreißt, zeigt es unsauch eine unheilvolle Zerrissenheit und nöthigt uns, vorAllem diese in's Auge zu fassen.

Die Aussaat des Christenthums in Alamannien, gingwie wir gesehen haben, nicht sowohl von ordentlichen Bischofs-sitzen, als vielmehr vonaußerordentlicheniGlaubcnsboten undden von ihnen gestifteten Klöstern aus; und es verstand sichvon selbst, daß der Hirte, der die Schafe gesammelt hatte,sie auch hütete, und die Kirche, die er gegründet hatte,auch leitete; denn nur seinen Namen kannten sie, nichteinen andern, nur seiner Stimme folgten sie, nicht einerandern; die Gründer der Klöster und deren Nachfolger,die von ihnen oder von der Klostergemeinde gesetzten Vor-steher oder Aebte, waren, wenn sie auch nicht die ordent-liche Weihe hatten, die natürlichen Bischöfe der von ihnenausgegangenen Gemeinden oder Kirchen. Dieses natur-gemäße Verhältniß war namentlich auf den britischen Jn-

* V!l» LsIIi (Gall's Lcbm) P-rtz II. T. >9.