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in der ganzen katholischen Christenheit bestehenden römi-schen Kirchenrechte widersprach. Es entspann sich ein Kampf,der das Sprüchwort des Volkes zur Wahrheit machte: ,>diebesten Streitigkeiten taugen nicht viel«, ein Kampf umeme Frage über die Ordnung im Reiche Gottes, in densich alle Leidenschaften der Welt mischten und der durchdas böse Blut, welches er machte, der Verbreitung desChristenthums in den deutschen Landen ein größeres Hin-derniß in den Weg legte, als der Starrsinn des Heiden-tums. Dieser Kampf zwischen der bischöflichen und derklösterlichen Auctorität mußte besonders im Bisthume Kon-stanz bald zum Ausbruche kommen. Aus Irland warenim Anfange des siebenten Jahrhunderts Glaubensbotenan den Bodensee gekommen, Columban und Gallus,und der letztere hatte in einem kleinen Hochthale, zweiStunden von der alten römischen Kolonie ^.rbor lolix, wodamals, Wohl noch aus Römerzeiten her, bereits eine christ-liche Kirche blühte, in einer Wildniß an dem FlüßchenSteinach eine Zelle erbaut. Diese Zelle aber wuchs imLaufe weniger Jahrhunderte unter dem Schutze des in jenerGegend begüterten alamannischen Grafengeschlechtes derTalto zu einem weithin wirkenden und herrschenden Klosterheran, das in der Nähe und Ferne den Neid und dieHabgier der Welt rege machte. Es faßte durch die Seg-nungen, die es mit dem Christenthume weit und immerweiter umher verbreitete, immer tiefere Wurzeln im Herzendes alamannischen Volkes, machte sich aber eben dadurch denFrankenherrschern und ihren Beamten zu einem Gegenständedes Argwohns, des Hasses und der Verfolgung. Schon imAnfange der zweiten Hälfte des siebenten Jahrhunderts, nichtlange nach dem Tode seines gottseligen Gründers, zur Zeitda Magnus als Hüter und Hirte des Heiligthums (custos er