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Rettberg* in Betreff der oberrheinischen Gegendenüberhaupt aus, es gilt aber vorzüglich von Worms.
Der erste Bischof, den Worms für sich in Anspruchnimmt, ist Victor. Allein es hat mit diesem die gleicheBewandtniß wie mit dem Speyerer Jesse. Beide werdenmit andern gallischen Bischöfen, aber sämmtlich ohneAngabe rhrer Sitze, neben Euphrates von Cöln,von dem heiligen Alhanasius,. dem großen StreiterChristi gegen Arius und seine Irrlehre, als Vertreterseiner Sache, der Vertheidigung der Gottheit unseres Hei-landes, auf dem Concil zu Sardica (347), aufgezähltund Euphrates dabei besonders gerühmt. Es geschiehtdieß in seiner Schrift: »Geschichte der Arianer",C. 20. ** Nun eristiren Akten eines angeblichen Concilsin Cöln von 346, also einem Jahre vorher, auf welchemderselbe Euphrates als Arianer verdammt und abgesetztworden sein soll, wobei u. R. namentlich Victor vonWorms, Jesse von Speyer und Marrin von Mainzmitgewirkt hatten. Und diese Akten, von denen sich vordem eilften Jahrhundert keine Spur findet, und die sichdurch ihren maßlosen Widerspruch mit der Thatsachlichkeitund überdieß noch durch unzählige innere Widersprüchedas Brandmal der Lüge aufdrücken, sind das einzigeZeugniß für den Speyerer Jesse, den Wormser Victorund den Mainzer Martin. Es finden sich diese dreiNamen um die Mitte des vierten Jahrhunderts aus gal-lischen Bischossstühlen. Aber so lange keine neuen Quellenentdeckt werden, läßt sich nicht bestimmen, welchen derselben
* Kirchg. D. 1. S. 213.
** Scimmtl. Werke, Paris 1693—1698. BL. 1. S. 355. Ver-gleiche dazu Lheodoret's Kirchengeschichte I. 9. und II- 7., scivieCassiodor's Nist. tripsrt. idreilheilige Kirchengesch.) I V. 25.