Band 
Zweiter Theil.
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Julia Agrippina, der Tochter des edeln Germa-nicus und Gemahlin des Kaisers Claudius, die da-selbst geboren war, unter dem Namen 6oloma ^.xrippi-neiisis zu einer römischen Militärkolonie erhoben, undmit allen Rechten und Freiheiten der bevorzugtesten Städtedes ganzen Reiches ausgestattet, erhob es sich dann gleich-sam von selbst zur Metropolis oder Hauptstadt des zweitenGermaniens. Es behielt diese Würde auch nachdem es,was um die Mitte des fünften Jahrhunderts geschah, denRömern entrissen worden, es bildete die Hauptstadt derripuarischen Franken, deren Reich von Chlodwig der frän-kischen Monarchie einverleibt wurde. Und bei diesem ge-ordneten Uebergehen aus einer Hand in die andere bliebohne Zweifel auch der uralte Bischofsstuhl aufrecht, undMänner folgten einander aus diesem Stuhle, die zu denersten Zierden der gallischen Kirche gehörten, und «goldeneTempel, von kostbarem Schmucke getragen, erbauten sie,und zwei Säulenreihen thürmten sie übereinander". Mitunermüdetem Eifer rang Cöln um die Palme, und schonwar es zum Sitze für den Primas von Deutschland be-stimmt, als plötzlich die Anordnung wieder abgeändertund seiner Nebenbuhlerin der Sieg zuerkannt wurde. «DieStellung des Primas (Bonifacius) als eines bloßenWanderbischofes paßte zu den gewonnenen festeren Formender fränkischen Kirche nicht mehr. Die Häupter der Fran-ken ersahen ihm Cöln zUm Sitze, was durchaus seinenWünschen entsprach mit Rücksicht auf die Nähe von Fries-land, dessen Mission ihm noch stets am Herzen lag. Inseinem ersten Berichte hatte er den Ort selbst noch nichtgenannt, wohl weil er dabei noch Intriguen der Gegnerbefürchtete; erst im dritten Briefe meint er dieselben über-wunden zu haben, und nennt Cöln, wozu der Papst gern