Band 
Zweiter Theil.
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seine Einstimmung gibt und die Metropole bestätigt. Den-noch dringt die Gegenpartei durch; statt Cöln's wirdihm von den Franken Mainz angewiesen; eine plan-mäßige Opposition scheint überall seinen Wünschen ent-gegengetreten zu sein«.*

Ich habe ein Blättchen in meinem Stammbuche;darauf steht von der Hand eines Freundes geschrieben:

„Wenn dich die Lästerzunge sticht.

So laß dir dieß zum Troste sagen.

Die schlechtsten Früchte sind es nicht.

Woran die Wespen nagen."

Ich will es nicht behaupten — ich behaupte nichts,was nicht von der Geschichte besiegelt ist — ich will esnicht behaupten, aber es kann beinahe nicht anders sein,die Lästerzunge trug wohl auch Einiges dazu bei, dembeneideten Cöln die Palme aus der Hand zu winden,aber eben darin finde ich den schlagendsten Beweis dafür,daß es der Palme würdig gewesen. Die Lästerzunge be-spritzte den Cölner Stuhl mit ihrem vergifteten Geifer,weil ihr sein reiner Glanz wie ein Dorn in die Augenstach; und durch nichts glaubte sie ihm ein schwärzeresBrandmal aufdrücken zu können, als durch die Verdächti-gung seiner Rechtgläubigkeit; die Bischöfe von Cöln soll-ten zu Ketzern gestempelt werden. Aber wie war dieß mög-lich? Sie zeichneten sich von jeher als Bekämpfer derIrrlehre aus. Um so größer der Triumph, wenn man ihreRechtgläubigkeil nur als Maske, oder die Geschichte garals Lügnerin erscheinen lassen konnte. Man konnte jaeinmal den Versuch machen; man brauchte nicht alsogleichmit der Thüre in's Haus zu fallen. Langsam führt auch

^ Reltberg 1, S. 366.