Band 
Zweiter Theil.
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tage Fontaines), setzte auch Männer über dasselbe, anderen Gottesfurcht Niemand zweifelte. Wie er nun dieSchaar der Mönche an diesen Orten untergebracht hatte,hielt er sich abwechselnd an jedem derselben auf, machtejedoch Luxeuil zum Haupte der beiden andern, und setzte,erfüllt vom heiligen Geist, die Regel fest, nach welcher dieMönche leben sollten.

Diese Regel war streng, sehr streng, aber wie Staußin seiner angeführten Schrift: »des Glaubens Saat undErnte« richtig bemerkt, »voll Geist und Salbung und demGrade der Bildung der von Jagd und Krieg zur Arbeitund zum Gebet übergetretenen Mönche, sowie dem Cha-rakter der Zeit ganz angemessen«. Sie handelte in zehnAbschnitten von dem Gehorsame, dem Stillschweigen, demEssen, der Armuth, der Unterdrückung der Eitelkeit, vonder Keuschheit, der Ordnung der zu betenden Psalmen,der Klugheit in der Beurtheilung, der Ertödtung desFleisches, und der Verschiedenheit der Schuld, die einMönch auf sich laden kann. Aus die geringste Uebertretungwar körperliche Züchtigung gesetzt. Wer z. B. beim Be-ginne des Psalmengesanges hustete, erhielt sechs Streiche.Wer mit einer Frau ohne Zeugen sprach, wurde mit hun-dert Hieben oder mit Hunger und Hast gestraft; wirklicheVerletzung des sechsten Gebotes war nicht mehr mit Strafebedroht, Columban dachte von ihr, wie Solon, derGesetzgeber Athen's, vom Vatermord. Als man diesenfragte, warum er gegen Denjenigen keine Strafe ausge-sprochen hätte, der seinen Eltern an's Leben gehe, gab erzur Antwort, weil Niemand im Stande sei, dieß zu thun;dieselbe Antwort hätte Columban geben können, wennihn Jemand gefragt haben würde, warum er für seineMönche keine Strafe aus fleischliche Vergehen gesetzt hätte.