Band 
Zweiter Theil.
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Dergleichen Sunden kamen bei ihnen nicht vor. Die Glau-bensboten hatten nicht nur die Regel, sie hatten auch dieBeobachtung der Regel aus der Heimat mit herüberge-bracht; der Gehorsam war ihnen zur zweiten Natur ge-worden, und weil dessen Geist die heiligen Räume ihrerKlöster erfüllte, theilte er sich sogleich auch den neu ein-tretenden Gliedern der Gemeinschaft als ihre zweite Naturmit; denn das Gesunde wie das Kranke, das Heilige wiedas Unheilige hat seine eigene Ausdünstung und wibt sichaus derselben seine Lufthülle, die nun Allem, was inihren Bereich kommt, Leben gibt oder Tod. Nicht nur dasBöse, auch das Gute ist ansteckend. Darum sagt, wie wirvorhin gehört haben, eben der treffliche Biograph unsersHeiligen, so schön und naturgetreu: «Mit so dankbarerGesinnung wurde der heilige Mann verehrt, daß, wo erin einem Hause einige Zeit verweilte, alle Herzen zu stren-ger Uebung des Glaubens sich entschlossen".

Da wurde denn weit im Umkreise der Boden urbargemacht, nicht nur im buchstäblichen, sondern auch imbildlichen Sinne des Wortes. Allenthalben wurde die Handan den Pflug gelegt, und die Wildniß des Landes wieseiner Bevölkerung verwandelte sich in ein Erntefeld. Daskonnte der böse Feind nicht dulden, denn Pflug und Kreuzsind ihm beinahe gleich gefährlich und verhaßt. Er fragtesich, wie der ungerechte Verwalter: »Was soll ich thun?"und siehe, er war um die Antwort so wenig verlegen, alsdieser; er sprach sogleich: »Ich weiß, was ich thue". Under that, was das Sprüchwort von ihm sagt: »Wo derBöse sich nicht selbst hintraut, schickt er ein Weib".Er schickte nicht eines, er schickte eine ganze Schaar, unddie letzte derselben, die nicht bloß alle übrigen, sondernsich selbst übertraf, äßte ihren Namen mit schwefelgelber