Band 
Zweiter Theil.
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liebte, ließ einst ihren Vater heimlich in ihren Gemachernarbeiten, damit der-König ihn sehen und sich dann derMädchen schämen sollte. Und als der Vater bei der Arbeitwar, rief sie ben König- Dieser aber^ der etwas besondersNeues zu sehen hoffte, kam und sah ihn von fern, wie erdie königliche Wolle zurichtete. Und als er dieß sah, wurdeer zornig, verließ und verstieß Jngoberga und ver-mählte sich mit Meroflede. Er nahm auch noch einanderes Mädchen zur Ehe, eine Schäserstochter,, mit Na-men Theodechilde; von der soll er einen Sohn gehabthaben, der aber sogleich nach der Geburt gestorben. Nachdem nahm er Marcovefa, die Schwester der Meroflede,zur Ehe, weßhalb beide (sie und der König) vorn heiligenBischof Germanus in den Kirchenbann gethan wurden.Aber da der König nicht von ihr lassen wollte, traf beidedas Gericht Gottes. Sie starb plötzlich und bald nach ihrverschied auch der König (570).

König Sigbert aber schickte, da er sah , daß seineBrüder sich Weiber wählten, die ihrer nicht würdig wa-ren, und daß sie sich so weit herabließen, selbst Mägdezur Ehe zu nehmen, eine Gesandtschaft nach Spanien,übersandte reiche Geschenke und freite um Brunechilde,die Tochter des westgothischen Königs Athanagild.Denn diese war eine Jungfrau von feiner Gestalt, schönvon Angesicht, züchtig und wohlgefällig in ihrem Beneh-men, klugen Geistes und anmuthig im Gespräch,

„Schöne aruriuthigckund Aug und sittsam, lieblich und' ikMreich,Ausgezeichnet durch Geist wie durch-die-, hohe Geburt",

wre sie der damalige Dichten Vena-ntius Fortunatußschildert. Der Vater aber versagte sie ihm nicht und schicktesie ihm mit vielen Geschenken. Da.,.versammelte König

Einfuhr, d. Christenthums, II. - ' äs. .