Band 
Sechster Theil.
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Der heilige Wulfram.

Zu den Bischöfen, von denen wir soeben gelesen haben,daß sie von ihrem heiligen Amte zurücktraten, wenn siesahen, daß sie im Kampfe mit den Mächten der Finster-niß nicht mehr obsiegen konnten, gehörte auch der heiligeWulfram. Von vornehmen Eltern um's Jahr 630geboren und in einem Kloster seines Vaterlandes zumBerufe des Seelsorgers herangebildet, wurde er 674 vonChilderich II,, dem Sohne Clodwig's II. und derheiligen Balthildis, auf den Bischofstuhl von Senonesoder Sens, einer Stadt im mittleren Frankenreiche,unweit der Grenze von Burgund und Aquitanien, abernoch auf dem Boden von Neustrien, erhoben. Aber schoneine vierjährige Amtsführung überzeugte ihn, daß derFürst dieser Welt stärker sei, als er, und diese Ueberzeu-gung bestimmte ihn zum Eintritte in's Kloster. Er wähltedazu Fontanella (Fontanelle, nach seinem Stif-ter Vandregisel auch St. Vandrille genannt),auf dem rechten Ufer der Seine, im Sprengel von Rouen.Dort lebte er Anfangs als Mönch ein verborgenes Lebenrn Gott, erwarb sich aber bald die allgemeine Liebe undVerehrung in dem Maße, daß er zum Abte gewählt wurde.Schweigend ergab er sich in den Willen des Herrnund übernahm die neue Würde und Bürde, richtete abervon nun au sein Augenmerk nicht nur auf die innernAngelegenheiten seines Klosters, sondern auch auf die Zu-stände seiner äußern Umgebung, besonders des noch heid-nischen Nordens. Fontanella war im Jahr 648 vondem oben genannten Sohne eines alten und reichen frän-kischen Geschlechtes nach dem Musterbilde der berühmtestenKlöster Italiens gegründet worden, und seine Schule zählte