Band 
Sechster Theil.
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bald darauf eine Kirche zu Devent er auf dem östlichenUfer der Assel. Aber je fröhlicher die Saat des Christen-thums aufsproßte, desto heißer entbrannte die Wuth desWidersachers. Die angrenzenden Sachsen brachen ein, ver-jagten die Glaubensboten und verbrannten die Kirche.

Lebuin ließ sich nicht schrecken. Statt vor dem Feindezu fliehen, stürzte er sich mitten in sein Lager hinein. Dergroße Karl war eben mit einem zahllosen Heere im An-züge gegen das Sachsenland begriffen. Es war im Som-mer des Jahres 772, um die Zeit, in welcher die Sachsenalljährlich ihren großen Landtag bei Minden, oder näherbezeichnet bei Marklo, wohl dem heutigen Masseloch,an der Weser, so ziemlich im Mittelpunkte ihres Landes,zu halten pflegten. Auf diesem Landtage, einer jener ordent-lichen Volksversammlungen, in welchen die drei Stände,die Edelinge oder Edelleute, die Friedlinge oderFreigeborenen, und die Lassen oder Hörigen (die aufzinsbaren Wehren saßen, aber nur eine berathende, keineentscheidende oder zählende Stimme hatten), vertreten jederdurch zwölf Abgeordnete aus jedem Gau, über die wich-tigeren Angelegenheiten des Gemeinwesens Rath zu schlagenund Beschluß zu fassen Pflegten, auf diesem Landtage,sage ich, beschloß Lebuin als Gesandter des Höchsten zuerscheinen und im Namen der dreieinigen Gottheit zumVolke der Sachsen zu reden. Er machte sich vom Schau-platze seiner bisherigen Wirksamkeit an der Assel auf nachdem Innern des Landes. Auf dem Wege dahin, inWestphalen, sprach er bei einem vornehmen und reichenManne, mit Namen Folkbert, ein, dem das Gastrechtheiliger war, als den Unmenschen, von welchen die beidenEwalde erschlagen worden waren. Der warnte ihn vorseinem verwegenen Vorhaben und ermähnte ihn dringend,