Band 
Sechster Theil.
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wenigstens erst nach abgehaltener Volksversammlung mitseiner Botschaft von einem neuen Gotte hervorzutretenund sich bis dahin bei einem seiner Freunde, NamensDavo, welcher näher der Grenze zu wohne, verbolzenzu halten. Aber Lebuin hatte seinen Entschluß gefaßt, erließ sich durch nichts davon abbringen. Er erschien aufdem Landtage zu Marklo und trat, als das Volk ebenseinen angestammten Göttern Huldigung und Opfer dar-zubringen im Begriffe stand, im Priestergewande, dasKreuz in der Hand und das Evangelienbuch unter demArme, plötzlich in die Mitte der Versammlung, erklärtesich für den Gesandten des allein wahren Gottes, fordertein Seinem Namen alles Volk mit erhobener und feier-licher Stimme auf, sich von seinen eiteln und nichtigenGötzen zu Ihm, dem allmächtigen Schöpfer und Erhalteraller Dinge zu bekehren, und schloß endlich mit der Dro-hung: wenn sie hartnäckig in ihrer Abgötterei verharren,werden sie es bald schwer genug zu büßen haben, dennder Herr der Himmel und der Zeiten habe einen tapfern,klugen und strengen König aus der Nähe berufen, derwerde dann über sie hereinstürzen wie ein reißender Strom,werde ihr ganzes Land mit Feuer und Schwert verheerenund ihre Weiber und Kinder in die Gefangenschaft fort-schleppen. Sprachlos hatte das Volk sein Todesurtheilangehört, der gottbegeisterte Redner erschien ihm wirklichwie ein Abgesandter aus der andern Welt. Aber es kambald wieder von seiner Bestürzung zurück. Die ausge-sprochene Drohung weckte seinen Grimm. Ein furchtbarerSturm brach los, und der kühne Redner schien verloren.Da erhob sich ein Sachse mit Namen Buto, ein Mann,der da Gewalt hatte über das Herz des Volkes, und alsbaldtrat wieder lautlose Stille ein. »Schon oft", sprach er, »sind