Gesandte zu uns gekommen von den Normannen, Slaven,Frisen und andern Völkern, wir haben sie in Ruhe ange-hört und in Frieden wieder entlassen. Dieser Fremdling,ein Sohn des uns stammverwandten Volkes der Angel-sachsen, aus dessen Mund wir unsere eigene Sprache hören,erklärt sich sür einen Gesandten des höchsten Gottes,lasset uns wenigstens das Recht der Gesandtschaft in ihmachten, auf daß der Zorn seines Gottes nicht Wider unsentbrenne und die Drohung nicht in Erfüllung gehe, diewir so eben gehört haben.« Unversehrt kehrte Lebuin zuseiner verwaisten Herde an der Assel zurück und bautedie niedergebrannte Kirche zu Deventer wieder auf, wurdeaber bald darnach von dieser Welt des endlosen Kampfeszu den Wohnungen des ewigen Friedens abgerufen. Erstarb den 12. November 773. Wenige Jahre daraus brachendie Sachsen wieder in seine junge Pflanzung ein und legtenauch die neue Kirche wieder in Asche. Drei Tage langsuchten sie nach den Gebeinen ihres Erbauers, sie bereutenes, den Lebenden verschont zu haben, und wollten ihreWuth an dem Todten auslasten. Aber sie suchten vergeb-lich. Erst beim Wiederaufbau der Kirche durch Liudgerwurde der heilige Leib gesunden und nun unter dem Altarederselben beigesetzt.
Der heilige Willehad.
Während Lebuin und Marcellin den Baum desLebens an der Assel, im Süden der nordöstlichen Hälftedes Frisenlandes, pflanzten, predigte Willehad, dernachmalige Bischof von Bremen, im Norden derselben,am Lauwers. Der heilige Anskar, der etwa sechszigJahre nach ihm als sein dritter Nachfolger denselben Bi-schofstuhl bestieg, hat um's Jahr 860 sein Leben und