Band 
Sechster Theil.
JPEG-Download
 

zu den Sachsen m den Gau Wigmodi am östlichenUfer der untern Weser und der Wümme, den Mittelpunktdes nachmaligen Bisthums Bremen, um daselbst imAuftrage des Königs Kirchen zu bauen, das Evangeliumzu predigen und der Bevölkerung den Weg zum ewigenLeben zu zeigen. Willehad übernahm das Amt in Demuthund verwaltete es mit der größten Pflichttreue. Er bereisterings umher seinen ganzen Sprengel und bekehrte durchseine Predigt Viele zum Glauben, und bauete Kirchenund verordnete Priester für dieselben, und diese spendetendem Volke freigebig die Lehren des Heils und die Gnadeder Taufe. Im zweiten Jahre nach seiner Ankunft gelobtensowohl die Sachsen als die in der Umgegend wohnendenFrisen insgesammt das Christenthum anzunehmen; unddieß geschah denn auch im Jahre der Erlösung 781, imvierzehnten der Regierung Karl's.

Da erhob der furchtbare Widukind im folgendenJahre (782) zum letzten Male die Fahne der Empörunggegen den großen Frankenkönig, und eine blutige Ver-folgung erging über alle Gläubigen, besonders aber alleGlaubensprediger. Willehad sah sich zur Flucht ge-zwungen. Er entkam zu Schiffe glücklich nach Utrecht. DieSachsen aber löschten nun ihren Blutdurst mit um soheißerer Gier im Blute seiner Mitarbeiter und Anhänger.Sie erschlugen den Priester Folkard sammt dem GrafenEmmig in der Landschaft Leri (an beiden Ufern derHunte, in der Gegend von Delmenhorst), einen gewissenBenjamin in Ubriustri (dem obern Theile des heutigenRustringer Landes, im Großherzogthum Oldenburg, zubeiden Seiten der Jahde), ferner einen Geistlichen mitNamen Atreban im Thiatmaresgau (Ditmarschen),endlich einen gewissen Gerwal und andere Christen in