Band 
Sechster Theil.
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Er erkannte das und folgte den Rathschlägen der Um-stände. Während er sich durch Fürsprachen am fränkischenHofe, insbesondere durch die Vermittlung der eigenen Ge-mahlin des Frankenkönigs, Bertrada, durch Zusiche-rungen und Bürgschaften sogar in der Person von Geißelnden glücken deckte, nahm er die bereits herausgegebenenLandschaften und Städte, eine nach der andern wieder inBesitz, zog seine Belagerungskreise immer näher und näherum Rom, züchtigte abtrünnige Gebiete mit Feuer undSchwert, hielt wankende durch Drohung und Schreckenvon der Vollendung des Abfalles zurück und knüpfte Unter-handlungen mit Constantinopel an, um dem römisch-frän-kischen Bündniß ein longobardisch-griechisches entgegen zusetzen. Die Griechen waren natürlich sowenig Freundeder Longobarden, als sie Freunde der Ostgothen gewesenwaren, und nicht für jene, sondern für sich hatten sie einstItalien von diesen erobert, sie mußten also auch daraufdenken, und sie dachten bei all ihrer unbegreiflichen Ver-nachlässigung ihrer italienischen Besitzungen wirklich dar-auf, dasselbe wieder in ihre Gewalt zu bringen. Sie unter-hielten zu diesem Behufe und zur Abwehr der Sarazenen,die ihnen schon in der zweiten Hälfte des siebenten Jahr-hunderts Afrika weggenommen, im Anfange des achtenauch Spanien an sich gerissen hatten und nun von beidenLändern aus als wilde Seeräuber alle Inseln und Küstender Nachbarschaft heimsuchten, gewaltige Kriegsflotten inden italienischen Meeren, besonders um das am meistengefährdete Sicilien. Das eben sollte dem verschmitztenLongobarden die Eroberung Italiens für sich vollendenhelfen. Nur an einer Seemacht fehlte es den Longobarden,sonst wäre schon längst das ganze Land mit den dazugehörigen Inseln in ihrer Gewalt gewesen.