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wenn es dem angedrohten Schicksale entgehen wollte, mußtees sich selbst unterwerfen, aber nicht den Langobarden,nicht den Griechen, es konnte sich auch einer dritten Machtunterwerfen, wenn diese es nur gegen die beiden andernzn schützen vermochte, und eine solche dritte Macht wardie fränkische, ihr unterwarf sich Rom freiwillig, ihr hattees sich in der Anrufung ihres Schutzes schon freiwilligunterworfen, und durch diese freiwillige Unterwerfungrettete es seine Freiheit und baute sich die Staffel zurWeltherrschaft.
Doch das longobardisch-griechische Bündniß kam nichtzu Stande, wenigstens nicht zur Folge. Die Griechenhatten in ihren unaufhörlichen Glaubensstreitigkeiten undihrer heillosen Hos- und Staatswirthschast alle Thatkraftnach außen verloren und sie — »fürchteten die Danaer,und doppelt, wenn sie schenkten.« Desiderius mußte aufandere Wege denken, die ihn zum Ziele führen könnten.Und lag ihm ein solcher nicht nahe genug? Er hatte sichin den wenigen Jahren, seitdem ihm die Schlange desAbgrundes das Diadem um die Stirne gewunden, zumvollendetsten Schauspieler herangebildet, der je auf einemThrone saß. Er hatte es zur Meisterschaft in der Kunstgebracht, einem Jeden, mit dem er zu thun hatte, einander Gesicht zu zeigen, und wie sich jener französischeSraatskünstler ausdrückt, die Sprache nur zur Verheim-lichung seiner Gedanken zu gebrauchen. Mit solchen Eigen-schaften konnte man sich auch wohl, wenn nicht in eigenerPerson, so doch vielleicht in der Person eines geeignetenWerkzeuges, auf einen Herrscherstuhl schwingen, der durchWahl vergeben wurde. Wenn Desiderius den Mann leitete,der auf dem römischen Stuhle saß, so war er nur wiederdie einzige souveräne Macht auf der Halbinsel, und ob