Band 
Sechster Theil.
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Kirchen zu beten. So zogen sie denn noch an demselbenVorabende des heiligen Osterfestes mit einander hinübernach Rom und gingen in die Kirche des Erlösers nebendem Lateran. Dort wohnte der König mit seinen Beglei-tern der heiligen Taufe bei, welche der Papst an diesemTage daselbst ertheilte. Alsdann kehrte er nach St. Peterzurück. Am folgenden Morgen, als am heiligen Osterfeste,sandte der Statthalter Petri seine sämmtlichen Großwürden-träger und die ganze Ritterschaft der Stadt hierüber zudem Könige und ließ ihn mit all seinen Franken in feier-lichem Zuge nach der Kirche der heiligen Mutter Gotteszur Krippe geleiten, wo er das heilige Meßopfer darbrachte.Nach beendigtem Gottesdienste führte er ihn in den Lateranund speiste mit ihm an der päpstlichen Tafel. Auch amzweiten und dritten Tage las er die heilige Messe vorseinem königlichen Gaste. Am vierten Tage besuchte erdenselben mit seinen geistlichen und weltlichen Großen zuSt. Peter und besprach sich daselbst nnt ihm über ihrebeiderseitige Sendung und Stellung, zunächst in Betreffder Völker Italiens, sodann aber in Betreff der ganzenmenschlichen Gesellschaft, und schloß einen Bund mit ihmzur Aufrichtung des Reiches Gottes in einem Reiche derWelt, zur Verwirklichung des Christenthums im Staate.

Und der Frankenkönig theilte seine longobardische Er-oberung brüderlich mit dem römischen Stuhle. Er über-wies ihm ganz Tu seien (das nachmalige Großherzog-thum Toscana), mit dem Herzogthum Rom und derLandschaft Campanien, den östlichen Theil der zwischendem Po einer- und dem ligurischen Meere, Tuscien unddem Exarchat andererseits gelegenen Landschaft Aemi-lien, d. h. die nachmaligen Herzogthümer Lucca, Mo-dena und Parma, das Exarchat von Ravenng.

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