Männer nach Achen, welche streng darüber wachen sollten,daß nichts Ungebührliches daselbst vorkäme, und befahlihnen, Etliche, die durch besonders greuliche Unzucht oderdurch wegwerfenden Hochmuth sich des Majestätsverbrechensschuldig gemacht hatten, bis zu seiner Ankunft in festemGewahrsam zu halten. Und als Ludwig nun selbst nachder Pfalz Achen kam, ließ er alsbald den ganzen weib-lichen Troß, welcher sehr groß war, aus dem Palastehinausschaffen" und stellte das stille häusliche Leben wie-der her, das die Königsfamilie des Gründers der neuenDynastie, seines Großvaters Pipin, geführt hatte. AberLudwig der Fromme entkam nur der einen der beidenZwillingsschwestern, der andern wurde er zur Beute; Kebs-weiber, oder wie die Franzosen so treffend sagen, Mätressenvermochten nichts über ihn, weil er sich keine hielt, aberseine Eheweiber, besonders Judith, seine zweite Gemahlin,beherrschten ihn dermaßen, daß er von seinem ganzen Eigen-willen nichts mehr rettete als den Eigensinn; und darausentstand so viel Unheil, als die zügellosesten Ausschwei-fungen je hätten ohne Bundesgenossenschaft anstiftenkönnen. Alle Fugen des Staatsgebäudes traten aus ein-ander, alle Glieder des Königshauses befehdeten sich inblutigen Kriegen und bewaffneten ohne Unterschied Fremdeund Angehörige gegen einander; und nun brachen imHause eines der Enkel Ludwig's des Frommen aus ein-mal die Zwillingsschwestern mit vereinigter Wuth los,und der Mittelbau des neuen Königshauses stürzte unterden zermalmenden Ringen des Schlangenpaares zu-sammen. Mit dem Weltreich, in welchem das Gottes-reich sich verkörpern sollte, war es zu Ende, nachdemes kaum zum Anfang mit ihm gekommen. Das karolin-gische Königshaus hatte seine Sendung verfehlt, es wurde
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