Band 
Sechster Theil.
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von der Welt abgerufen und sank nach wenigen Jahr-zehnden in's Grab.

Die ersten Schritte der Karolinger in der Richtung ihrer Auf-gabe, der Verwirklichung des Christenthums im Staate.

Das Beispiel des Königshauses ahmten natürlich dieGroßen des gleiches nach, oder vielmehr das Königshauswar mit ihnen von dem allgemeinen Verderben angestecktworden. Die Keuschheit der germanischen Sitte hatte sichwenigstens unter den westlichen Franken schon längst ver-loren: wie hätte sie auch die Berührung mit der in dentiefsten Abgrund der Fleischeslust versunkenen Römerweltlange überleben können? Selbst der treffliche Pipinvon Herist al, der Vater Karl des Hammers, lebte,wie wir uns erinnern, in einer Doppelehe, und die Weltfand es nicht einmal auffallend. Seine Neustrier dachtenund thaten bereits französisch, und das Franzosenthumgab, wie noch heute, der Welt den Ton an. Die Häuserder Großen wimmelten von Kindern, und jedes dieserKinder hatte eine andere Mutter, und jede dieser Mütterverlangte ihr Recht aus das Ohr des Vaters undforderte ein Erbtheil für ihr Kind. Die Väter aber, vondem Schlangenpaare der Wollust und der Weiberherrschaftumringelt, machten in Folge dessen, wie sie in Betreffdes Sittengesetzes nicht nur hinter dem Christenthume,sondern sogar noch weit hinter dem Heidenthume zurück-blieben, so nun auch in Betreff des bürgerlichen Gesetzesgewaltige Rückschritte nicht etwa bloß in, sondern wiederweit hinter das Heidenthum ihrer Voreltern. Diese näm-lich, die alten Germanen, waren in ihrer Erbfolgevrdnungauf dem Wege nach der Bevorrechtung der Erstgeburtbegriffen. Nur die wehrhaften oder mündigen Söhne

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