Band 
Sechster Theil.
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seinen Völkern von den Thoren Roms hinweg und thatwieder, wie er im vorigen Jahre gethan, erlitt aber auchwieder, was er im vorigen Jahre erlitten, und mußtewieder von seiner umlagerten Hauptstadt aus um Gnadeflehen. Von Mitleid ergriffen schenkte ihm Pipin der»fromme« Held, wie er von der zeitgenössischen Geschicht-schreibung ausdrücklich genannt wird, wieder Leben undReich. Aber Aistulf mußte nach dem Spruche der frän-kischen Geistlichen und Heerführer, die er wieder um ihreVerwendung angefleht und deren Spruch er sich auchunterworfen hatte, den dritten Theil seines Schatzes anPipin ausliefern und ihm und seinen Großen auch sonstnoch viele Geschenke, weit mehr, als das erste Mal, dar-bringen, auch sich durch neue Eidesleistung und Geißel-stellung dazu verpflichten, sich hinfort nie und nimmermehrwider die Franken aufzulehnen und den Zins, den dieLangobarden seit alter Zeit an deren Könige zu entrichtenhatten, alljährlich durch Gesandte einzusenden, sowie denRömern alsbald Alles und Alles herauszugeben, und zuersetzen, was dieselben an sie zu fordern hätten, und siein keinerlei Weise je wieder zu bedrängen und zu be-lästigen.

Darauf kehrte Pipin und seine gesammte Heeresmachtmit unermeßlicher Beute beladen in die Heimath zurück,Aistulf aber wurde, da er eben wieder auf neuen Wort-bruch sann, wenige Monde darnach (im Christmonate desJahres 756) auf der Jagd von seinem Pferde gegeneinen Baum geschleudert, und verlor auf diesem außer-ordentlichen Wege die beiden Geschenke seines edelmüthigenGegners, Reich und Leben, wieder. Die Longobarden abersetzten nach kurzer Zwischenregierung mit EinwilligungKönig Pipin's und des heiligen Vaters und nach dem

Einfuhr, des Christenthums. VI. ' 14