Band 
Sechster Theil.
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Rathe ihrer Großen einen Mann auf den Thron ihresReiches, der bis dahin mit den Franken und Römernbefreundet gewesen, den uns bereits bekannten Desi-tz erius. Mittlerweile machte der fränkische Geschäfts-träger, Abt Fulrad, welchen Pipin zur Empsangnahmeder herauszugebenden Städte und Gebiete in Italien zu-rückgelassen hatte, mit den Bevollmächtigten der longo-bardischen Regierung seine Runde durch das vormaligeExarchat, ließ sich die betreffenden Städte ausliefern, begabsich mit den angesehensten Einwohnern derselben nach Rom,legte allda ihre Schlüssel nebst einem von seinem Königeausgestellten Schenkungsbriese am Grabe des heiligenPetrus nieder und übertrug dem Stellvertreter des Apostel-fürsten und allen seinen Nachfolgern den Besitz des ganzenvormaligen Exarchates mit dessen beiden Hauptstädten Romund Ravenna als eigenen unabhängigen Staat, den Hin-sort sogenannten Kirchenstaat, auf ewige Zeiten.

Doch die Zeiten sind nicht ewig, sie ändern sich alleAugenblicke, und mir ihnen ändern sich die Menschen.Desiderius machte alle Hoffnungen zu Schanden, welcheder Franke wie der Römer aus ihn setzte. Er entriß demletztem beinahe alle Schenkungen wieder, die der erstereihm gemacht hatte. Doch die Prüfung war vorübergehend.Karl der Große, wie er an die Regierung kam, erneuerteund vollendete das Werk als Meister, das er als Schülerunter seinem Vater mit begonnen und mit abgebrochenhatte. Das Wie ist dem geneigten Leser bereits bekannt.Pipin mischte sich nach dem Tode Aistulf's, zumal sichder heilige Vater im Anfange so gar zufrieden mit demneuen Könige Desiderius erklärte, und seine eigene Ge-mahlin Bertrada auf dem vertrautesten Fuße mit dessenganzem Hause stand, nicht mehr mit den Waffen in der