Band 
Sechster Theil.
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nung Gehör für diesen Behuf zu erwirken. Karl erklärte,daß solche Bitte nur seinem eigenen Wunsche zuvorkomme,fragte aber die herzoglichen Gesandten nach der Bürgschaft,die sie für den Frieden zu geben beauftragt seien. Sieantworteten, sie hätten über diesen Punkt keine Vollmacht,und ihr Geschäft beschränke sich lediglich auf Entgegen-nahme des Bescheides, den der König und der Papst ihremHerrn zu ertheilen hätten. Darob ergrimmte der Statt-halter Petri über die Maßen. Er erklärte, ihren Herrnals Lüger und Trüger mit dem Schwerte des Bannes zuschlagen, wenn er die dem Könige gelobte Treue brechensollte. So kehrten denn die Gesandten unverrichteter Dingenach Hause zurück. Der König aber zog, nachdem er ander Stätte der heiligen Apostelfürsten gebetet und denapostolischen Segen empfangen hatte, wieder heim in'sFrankenland. Er traf seine Gemahlin Fastrada, dieNachfolgerin der am 30. April 783 Heimgegangenen Hil-degard, seine Söhne und seine Töchter, und das ganzeGefolge, das er bei ihnen gelassen hatte, zu Wormsund hielt allda die allgemeine Versammlung seines Volkes,den Reichstag oder das Maifeld. Thasstlo, sein Vasall,war auch geladen, aber er erschien nicht, er wußte warum.Wie nun Karl auf diesem Reichstage unter Anderem auchseine Thaten und Maßnahmen in Italien erzählt und zu-letzt auch der Gesandten Thassilo's gedacht hatte, wurdeder Beschluß gefaßt, ein Kriegsheer in drei Abtheilungenan des Bayerlandes Grenzen rücken zu lassen. Karl, derErstgeborene Hildegard's, der zum Könige rechts des Rhei-nes und links der Donau, zugleich aber auch zum Ober-herrn des Gesammtreiches bestimmt war, erhielt Befehl,mit den Mainfranken, Thüringern und Sachsen an dieDonau zu rücken und sich bei Pferingen (Pföring unter-

Emfiihr. des Christenthums. VI. 1b