Band 
Sechster Theil.
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halb Jngolstadt) zu lagern; der Zweitgeborene, Karl-mann Pip in, der zum Könige von Italien gesalbt war,bekam die Weisung, mit den italischen Völkern das Tri-dentiner Thal heraufzuziehen und sich dorten auf der Grenzeaufzustellen; Karl der Große selbst zog mit den Alamannen,Rheinfranken und Burgundern an den Lechstrom, dieGrenzscheide zwischen Bayern und Alamannien. Nun fandes denn Thasstlo nicht mehr geheuer. Wie er sich vondrei Seiten angegriffen sah, kam er demüthig zum Königeund flehte um Gnade. Und er fand dasselbe Gehör, dassein Schwager und Bundesgenosse von Benevent gefundenhatte, mußte aber, wie dieser, auf's Neue mit all seinenGroßen Treue und Unterwerfung schwören und abermalsGeißeln stellen, darunter seinen eigenen Sohn, Theodo.Darauf ward die Belagerung seines Landes aufgehoben,und Karl kehrte in sein Frankenland zurück und verlebteden Winter auf seinem Hofgute Jngelheim bei Mainz.Dahin berief er denn auch diesmal seinen Reichstag undlud dazu auch den Herzog Th assilo mit seinen übrigenVasallen. Diesmal kam der Herzog, aber mit ihm kamenauch seine Berräther. Er ward von seinen eigenen Großenangeklagt, er hätte nach der letzten Erneuerung seinesLehenseides aus Anreizen seiner Gemahlin Liutberga,die seit der Verstoßung ihrer Schwester, noch mehr seitdem Sturze ihres Vaters den Frankenkönig auf's Tiefstehaßte, das Volk der Avaren zum Einfalle in das Reichaufgestachelt. Die Thatsache war nicht zu leugnen, und derBeklagte wurde als Reichsverräther zum Tode verurtheilt;der König aber schenkte ihm das Leben und verbannteihn nach dem Master St. Goar am Rheine, wo er am6. Juli 788 geschoren wurde. Von dorten aus aber warder zu größerer Sicherheit in den äußersten Westen des