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6. Die Krönung des Sieges in der Krönung des Siegerszum Kaiser der Römer.
Dessenungeachtet fühlte sich der Franke, so lange dieKaiserkrone das Haupt der Byzantiner deckte, seines Ita-liens und seiner Weltherrschaft nicht sicher. Darum sanner hin und her, wie er sich dieselbe auf's Haupt setzenkönnte, und kam nach dem Tode Konstantin's VI.(797), als dessen Mutter Irene, das eben so staatsklugeals herrschgierige und gewissenlose Weib, das von jeherfür ihn regierte, als Selbstherrscherin den erledigten Thronder Griechen bestieg, endlich auf den Gedanken, diesenPlan durch Vermählung mit derselben auszuführen. Aberseine vierte Gemahlin, Liutgard, die er nach Fastra-Lens Tode im Jahre 794 geehlicht hatte, lebte noch,und die Derstoßung seiner beiden ersten Gemahlinnen, Hi-miltrud und Bertrada, besonders der letztem, hatteso gar viel böses Blut gesetzt und ihn und sein Reich sogar nahe an den Rand des Abgrundes geführt, und dieAbneigung seiner Völker, besonders der italienischen gegendie verräterischen Griechen war so gar groß, und der hei-lige Vater, Leo III., Hadrian's Nachfolger, der im Jahredes Heils 795 am 26. des Christmonats den Stuhl be-stiegen hatte, wußte so gar bessern Rath, und führte den-selben, als Karl nach dem Tode seiner Gemahlin, den 4.Juni 800, den verwegenen Schritt dennoch thun wollte,so gar schnell in die That über, daß er wohl oder übelauf den seltsamen Plan verzichten mußte. Der Statthal-ter Petri setzte dem Ueberraschten, nachdem ihn seine ita-lienischen Unterthanen schon längst als ihren Kaiser be-trachtet und, wie wir uns von den Bischöfen von Beneventerinnern, auch als Kaiser betitelt hatten, am Weihnachtstagedes Jahres 800 in der Kirche des Apostelfürsten vor allem