unterwarfen sich seiner Herrschaft und unterwarfen sich derHerrschaft des Kreuzes und ließen stch taufen, und Karlselbst ward ihr Pathe und ward ihr Freund und schicktein der Freude seines Herzens einen Gesandten nach Rommit der frohen Botschaft und ersuchte den heiligen Vater,in allen Kirchen ein Dankfest zu feiern, und meldete aucheinem andern Freunde, den er hoch schätzte, dem KönigeOsfa von Mercien, für den als Angelsachsen die Bekeh-rung seiner deutschen Brüder besonders erfreulich seinmußte, „daß Wittekind und Als und beinahe das gesummteVolk der Sachsen das Sakrament der Taufe genommenhätten und hinfort dem Herrn Jesu Christo dienen wür-den." Und es war also und es wurde also. Die beidenHäuptlinge und das gesammte Volk der Sachsen wurdendem neuen Glauben so hold und so treu, doch das letz-tere erst, nachdem es sich in der Ausreibung erneuert hatte,als sie dem alten gewesen. Aber mit der neuen Verfas-sung und Regierung mochten sich die beiden Helden nichtbefreunden, sie hielten fest an der alten Freiheit und ver-schmähten jede Betheiligung an der neuen Zwingherrschast.Nicht so der übrige Adel des Landes. Karl der Großeköderte ihn durch Vorrechte und Einkünfte, die er ihmauf Kosten der Gemeinfreien verlieh, und drückte diesedadurch in den Stand der Lazzen herab und spaltete dieNation in zwei feindliche Lager und machte das Wortdes Dichters zur That:
»Aus dem Lande die Freiheit verschwunden ist,
Da gibl's nur Herren und Knechte."
Er machte die Beamten des Volkes zu Beamten desKönigs und verpflichtete die Gaugrafen auf die neue Ver-fassung, insbesondere auf die fränkische Gerichts- undHeerordnung, die der geneigte Leser weiter unten noch be-
Einfuhr, des Christenthums. VI.