Band 
Sechster Theil.
JPEG-Download
 

293

!os auf diesen Lorbeeren aus. Und die göttliche Weltord-nung bereitete ihrem menschlichen Werkzeuge auch hier wie-der in ihrer Weise den Weg. Der dänische KönigGottfried war nach dem Zeugnisse der zeitgenössischenGeschichtschreibung »von so eitler Hoffnung aufgeblasen,daß er sich auf die Herrschaft über ganz Deutschland Rech-nung machte. Die Länder der Frisen und Sachsen sah ernicht anders, als wie seine Provinzen an«. Er vermaßsich sogar einmal des Schwures, mit großer Heeresmachtvor Achen zu erscheinen und sich die Franken selbst zins-bar zu machen. Vorderhand versuchte er es, nachdem ersich die Frisen und Sachsen aus der Hand gewundensah, die er im Geiste auf dieselben gedeckt hatte, mit denAbotriten. Diese hatten sich, wie wir bereits gehörehaben, um sich vor seinen Raubgrisfen sicher zu stellen,an die Franken angeschlossen, ihre Nachbarn aber, dieMilzen, deren Wohnsitze sich zu ihrer Seite ebenfallsbis an's Meer erstreckten, aus demselben Grunde Freund-schaft mit den Königen des Meeres, den Dänen gemacht,und sich zur Bekämpfung der Abotriten mit ihnen verbün-det. Gottfrid landete im Jahre 808 mit einer Flotte ander abotritischen Küste, und die Milzen mit den Line-rt en und Smeld in gern, den Franken schon längstwieder abtrünnig geworden, griffen von der Landseite an. Aufdie Nachricht hievon schicke Kaiser Karl seinen gleichnamigenSohn mit einer auserlesenen Mannschaft aus dem rheinsränki-schen und sächsischen Heerbanne an die Elbe, um dem DänenWiderstand zu leisten, wenn er den »wahnwitzigen« Ver-such machen sollte, die Grenzen des nun dem Franken-reiche einverleibten Sachsenlandes zu überschreiten. Alleinder Däne hütete sich vor dieser Verwegenheit, er wußie,warum, die See war sein Element, nicht das offene Land,